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Andheri Kinder- und Leprahilfe e.V. Dülmen

Bernd Schmitz
(1. Vorsitzender)
Koppelbusch 39
48249 Dülmen
Telefon: 02594-82728
Mail:duelmen@andheri.de

Ewald Amshoff
(2. Vorsitzender)
Klarengrundstr. 65
50226 Frechen
Telefon: 02234-4301359

Jürgen Artmann
Brinkmannstraße 21
48249 Dülmen
Telefon: 02590-741

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Strahlende Gesichter und viele Talente

Im April 2017 feierten die „Helpers of Mary“ in Andheri ihr 75-jähriges Bestehen mit einer großen Feier. Schwester Anna Huberta Roggendorf aus Mechernich und Schwester Priscilla Lehmkuhl aus Dülmen gründeten 1942 mit neun jungen Frauen diese indische Schwesterngemeinschaft.  Heute arbeiten 350 „Marys“ in 65 sozialen  Zentren in Indien, Äthiopien und Kenia an den Brennpunkten der Not.

IMG 8873Die Aufregung ist groß: seit Monaten bereiten sich die Marys auf diesen großen Tag vor. 75 Jahre ist es her, dass die „Society of Helpers of Mary“ gegründet wurde. Nun soll das Jubiläum gefeiert werden und die Schwestern haben ein großes Programm zusammengestellt. Rund 2.000 Gäste aus befreundeten Orden, Priester, vormalige Kinder aus den Heimen, die heute eine eigene Familie haben, Freunde, Unterstützer, Mitarbeiter von Behörden wie dem Jugendamt und natürlich eine Delegation der Freundeskreise in Deutschland werden erwartet. Als Vertreter unseres Dülmener Vereins sind der 2. Vorsitzende Ewald Amshoff sowie seine Frau Gerlinde und Enkeltochter Julia (17) schon zwei Wochen vorher angereist und haben mehrere Stationen der Marys besucht.

 

 

Seit Tagen schon wird eine Bühne aufgebaut, geschmückt, Stühle gestellt und geprobt. Und nun ist er da, der große Tag, und es herrscht Hochstimmung auf dem Gelände der Marys. Schwester aus allen Zentren in Indien und Afrika sind angereist. Für die afrikanischen Marys ist dies die erste Reise nach Indien und sie sind mindestens so aufgeregt, wie diejenigen aus den deutschen Freundeskreisen, die auch zum ersten Mal dabei sind. Mehr als die Hälfte aller Marys nehmen an der Feier teil. Es ist ein großes Hallo und Wiedersehen, denn auch die Schwestern, die zum Teil tausende Kilometer voneinander entfernt arbeiten, sehen sich selten. Überall wird erzählt, gelacht und es fließen zum Teil auch Freudentränen.

IMG 8375Morgens schon geht es los: das neue Generalat wird eingeweiht. Das alte Gebäude, in dem die Verwaltung der Schwestern untergebracht war, platzte aus allen Nähten. Büroräume und Archiv hatten nicht mehr genügend Platz und die Schwestern waren auf verschiedene Gebäude verteilt. Inzwischen ist der Orden so groß und die Anforderungen an die Geschäftsführung des Ordens auch von Seiten der indischen Behörden sind stetig gewachsen, so dass anständiger Büroraum her musste. Nun ist es soweit: das Gebäude, eine Gabe der Bartholomäus Gesellschaft in Berlin, kann eingeweiht werden und der Berliner Pfarrer und Vorsitzende der Bartholomäus Gesellschaft, Dr. Ernst Pulsfort, ist extra angereist, um das Gebäude einzuweihen. Architekt und Bauunternehmer sind ebenfalls dabei und übergeben die Schlüssel an die Generaloberin Schwester Stella. Rund 30 Nachwuchsschwestern singen und musizieren. Ein wunderbarer Anblick, denn nur wenige Orden können auf einen Nachwuchs von über 30 Novizinnen blicken. Ein Zeichen für die Lebendigkeit der Marys und ihrer Aufgabe! Mit freudigen Gesichtern wird das Gebäude in Besitz genommen und die Räumlichkeiten werden bestaunt. Die Bauarbeiter haben Chinaböller dabei und lassen es ordentlich krachen.

Derweil haben die Schwestern eine open Air Küche aufgebaut, denn 2.000 erwartete Gäste wollen verköstigt werden. Die indische Kultur lässt es nicht zu, dass Gäste ohne Speise wieder nach Hause gehen. Hier wird nun Gemüse geputzt und gebraten, was das Zeug hält. Viele helfende Hände sind notwendig.

IMG 8866Am frühen Nachmittag dann trudeln die Gäste langsam ein. Die Sitzreihen füllen sich und eine sehr feierliche Messe, die vom Weihbischof aus Mumbai gelesen wird, setzt den geistlichen Höhepunkt des Tages. Die Kinder von Bal Bhavan, dem Kinderheim hier in Andheri, haben dafür wochenlang geübt und bringen einen wunderbaren Chorgesang dar. Alles dies findet unter dem blauen Himmel Mumbais bei 37 Grad Hitze statt. Man sieht die eine oder andere Schweißperle nicht nur bei den deutschen Besuchern.

 Nach der Messe übernehmen die Schwestern die Bühne und dann folgt eine unglaubliche Talentdarbietung von Schwestern, Schülerinnen, Novizinnen und den Kindern aus den Heimen. Mit dem Künstler Joe, selbst ein ehemaliger Schützling der Schwestern, wurde über Monate ein Musical eingeübt. Die Geschichte: die Idee zur Gründung der Marys und ihre Werte und Aufgaben werden mit Liedern, Tänzen, schauspielerischen Einlagen mit Live-Musik und Chor-gesang dargestellt. Insgesamt sind mehr als 200 Darsteller auf der Bühne. Die Jüngsten im Alter von  vier Jahren, die mit unglaublicher Freude und Hingabe ihren Part übernehmen. Das Publikum ist hingerissen und begeistert. Zu wissen, dass diese Kinder und jungen Frauen aus den schwierigsten und ärmsten Verhältnissen kommen und hier ihre Talente entwickeln können, Selbstbewusstsein und Lebensmut finden, ist das schönste Geschenk dieses Tages! Und einen besseren Beleg dafür als diese Aufführung unter dem Himmel Mumbais kann es kaum geben.

Nach einem langen Nachmittag mit vollem Programm sind dann auch alle hungrig. Das Essen ist fertig, der Garten bunt geschmückt, die Gesichter strahlend und nun ist Zeit zu schwatzen, das Wiedersehen zu feiern und Gott zu danken, dass er seit 75 Jahren an der Seite dieser großartigen Frauen steht, die ihr Leben für die Liebe gegeben haben: für die Liebe am bedürftigsten Nächsten.

© Fotos von Dr. Claudia Warning.

 

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